Workshop: Spätmittelalterlicher Schwertkampf -
das "Lange Schwert" im Schaukampf

Samstag, den 29.11.2008 11.00 Uhr - 18.00 Uhr
Sonntag, den 30.11.2008 10.00 Uhr - 17.00 Uhr


 
 

"Schwertkampf" zur Unterhaltung eines Publikuns muss spektakulär und spannend,
eben unterhaltsam sein. Doch im wirklicher Kampf spielen all diese Aspekte keine Rolle.
Dabei ist Effizienz gefragt -- die vom Gegner ausgehenden Bedrohung muss schnellstmöglich
neutralisiert werden.

Zumindest ahnt das auch das immer anspruchsvollere Publikum bei Schaukampfvorführungen,
im Theater oder beim Film. Denn die Sehgewohnheiten haben sich mit der fortschreitenden
Verbreitung von Kampfkünsten geändert.

Eine fesselnde aber historisch authentische Kampfszene zu schaffen, die die Realität eines
echten Kampfes wiederspiegelt und die zudem noch sicher für die Akteure ist, ist eine
Herausforderung für jeden Kampfchoreographen.

In der ersten Hälfte dieses zweitägigen Seminars bietet der international anerkannte Experte
für Historische Europäische Kampfkünste Stefan Dieke eine Einführung in die Techniken,
Taktiken und Konzepte Johannes Liechtenauers, der die Kampfweise mit dem Langen Schwert vom
14. bis zum 16. Jahrhundert massgeblich prägte. Mit der Adaption moderner Sportfechttechniken, die
häufig für den inszenierten Kampf genutzt wird, hat die authentische Kampfweise gut wie keinerlei
Gemeinsamkeiten.

Am zweiten Tag vermittelt Kampfchoreograph und -ausbilder Michael M. Hewer aus Frankreich
Konzepte und Techniken, mit denen sich die authentische historische Kampfweise an die Bedürfnisse
von Theater, Film und Schaukampfdarstellung anpassen lassen. Behandelt werden Sicherheit,
Dramaturgie und Choreographie mit dem Ziel, dem Publikum eine fesselnde aber ehrliche
Darstellung historischer Kampfszenen zu bieten.

 
  Benötigte Aursrüstung:
sogenanntes "Langes Schwert" (zweihändig zu führendes Schwert) entweder
- aus Stahl (kein Dekoschwert!) stumpf, mit abgerundeter oder entsprechend abgedeckter
Spitze, oder
- Trainingsschwert aus Aluminium, oder
- Trainingsschwert aus Holz ("Waster")
und Sportkleidung.

Achtung! Trainingsschwerter aus Holz können zur Verfügung gestellt werden - Fragen Sie
bei Bedarf bitte rechtzeitig nach.

 
 
Ort: Alte Kampfkunst
Paradestr. 57 a; 42107 Wuppertal - Elberfeld
Kosten:

Bei frühzeitiger Anmeldung und Zahlung (bis zum 01.09.2008) beträgt die Kursgebühr:
120,- € pro Teilnehmer; danach 135,- €.

Eine Teilnahme ohne fristgerechte Anmeldung ist leider nicht möglich. Anmeldeschluss ist
der 03.10.2008.

Anmeldung:

Bitte melden Sie sich bis zum 03.10.2008 mit dem Anmeldeformular (PDF) per Post oder
per Fax (0202 - 515 66 78) oder per eMail (info@alte-kampfkunst.de) an. Die Zahl
der Seminarplätze ist auf 16 Teilnehmer begrenzt. Seminarplätze werden in der
Reihenfolge des Eingangs der vollständigen Anmeldungen (d.h. incl. Zahlung) vergeben.
Es gelten die Bedingungen des Anmeldeformulars. Bitte beachten Sie, dass auch bei einer
Anmeldung per eMail das ausgefüllte und unterschriebene Formular der
"Alten Kampfkunst" bis zum Seminarbeginn vorliegen muss.

Wegbeschreibung - Übernachten in Wuppertal - weitere Details

Stefan Dieke gilt international als die führende Kapazität zu Joachim Meyers Rappier und ist einer
der weltweit führenden Forscher und Lehrer zum Langen Schwert in der Tradition Johannes
Liechtenauers. Seit Anfang der 90er Jahre widmet sich der studierte Historiker der Erforschung
und dem Training historischer Kampfkünste, insbesondere der historischen Fechtkunst.
Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf den deutschprachigen Quellen des Spätmittelalters
und der Renaissance.

Michael M. Hewer ist deutscher Schauspieler und Aktionsdarsteller der seit 1984 in
Frankreich lebt. Er lernte in Paris bei Philippe Gaulier, Jacques Lecoq, Maurice Benichou,
Silvio Pourcaté und Carlo Boso. Nach Abschluss einer dreijährigen Pantomimenausbildung (1988)
bei Ella Jaroszewicz im Studio Magenia (Paris) arbeitete er in Venedig mit dem Tag Teatro,
in Paris mit der Cie "Oposito", dem Théâtre du Bout du Monde, Robert Hossein, Sophie Renauld,
der Cie " La Fugue" und in Kalifornien mit Catherine Turossy und dem New York Baroque Ballet.
Im Kino drehte er u.a. mit Claude Berri, Patrice Leconte, Jacques Rouffio und Philippe De Broca.
Als Aktionsdarsteller spezialisierte er sich auf Blankwaffen. Lange Jahre Mitglied der
Stuntmen-Truppe von Claude Carliez arbeitete er in vielen Filmen als Kampfdarsteller.
Er ist Fechtmeister ADFD und Mitglied der Académie d'Armes Internationale (AAI). Ende der
80iger Jahre begann er sich verstärkt für historische Kampfkunst zu interessieren und die
historishen Techniken für seine Bedürfnisse umzusetzen. Neben seiner schauspielerischen Aktivität
regelte er zahlreiche Fechtszenen und Stunts fürs Theater, die Oper, Film und Fernsehen.
Seit 2002 wohnt er im französischen Jura und arbeitet unter anderem als Berater und Ausbilder
an der Universität Lausanne mit der Forschungsgruppe « Cladio » an der Erforschung
keltischer Bewaffnung und Kampftechniken. Er gibt zum Thema szenischen Kampf regelmässig
Lehrgänge und Konferenzen in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und in Italien.

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