Der Tanz und das Fechten oder die Kunst Höfling zu sein    

Edith Lalonger

 
 

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Das Fechten und der barocke Tanz haben mehrere technische Punkte und pädagogische Ziele gemeinsam: Die verschiedenen Armposen und die Position der Füsse sind vergleichbar. Beide setzen sich aus Bewegungsätzen zusammen, Choreographien, die das Bewegungsgedächtnis trainieren und Raumerfahrung vermitteln. Diese beiden "Künste" sind auch ergänzend. Eine lehrt die Kontrolle in einer Gefahrensituation, die andere lehrt die Kontrolle einer höfischen oder gesellschaftlichen Stellung, was ebenfalls gefährlich ... Die Verbindung ihrer Qualitäten stellt eine der bereicherndsten Erfahrungen für all jenes, was die Künste der Szene betrifft (Tänzer, Schauspieler, Sänger usw.).

Seit 1993 lehre ich den barocken Tanz, die Szenenbewegung und Improvisation an der Elisabethbühne in Salzburg. Der Unterricht beschränkt sich nicht auf "reine" Technik, da meine Absicht sich nicht darin besteht, Virtuosen auszubilden, sondern bezieht sich eher auf die Möglichkeit, durch spezifische Theaterübungen und Improvisation, diese Technik für die Szene zu benutzen.

Zugänglicher als der klassische, aber gleichzeitig anspruchsvolle Tanz gibt der barocke Tanz die Möglichkeit, Gewissen seiner Körper von der Isolation der Muskeln und ihres Funktionierens, des Konzeptes des Gleichgewichts, der möglichen oder unmöglichen Bewegungen von der Koordinierung der Bewegungen des musicalité des Körpers zu hängen wesentliche Werkzeuge für die nicht mündliche Kommunikation.In der Tat wird der barocke Tanz zu oft als ein weiblicher Tanz angesehen und maniérée. Es handelt sich in der Tat von einem eher männlichen Tanz (da die Frauen dem Theater nur in 1681) und theatralisch erschienen. Der barocke Mensch ist Tänzer, und die Aufrechterhaltung und die Grazie des Schauspielers kommen vom Tanz. Erinnern Sie, Molière und mehrere von seinen Schauspielern tanzen am Theater.Der Tanz hat sich als unentbehrlich für die Erziehung der Noblesse und des Bürgertums während mehr als zwei Jahrhunderte überall in Europa erwiesen. Man mußte Rückgriff auf einen befugten Tanzmeister haben, um seine gute Erziehung zu vervollständigen. Der Tanz gehörte zu einer zuerst sozialen Bildung, das heißt, daß man den Tanz als Übung für die Beherrschung seiner Bewegungen betrachtete, um frei ohne Zögern in der Gesellschaft zu handeln.Ein anderes wesentliches Element in der "guten Erziehung" des jungen Höflings war das Fechten, das oft mit dem Tanz verbunden ist, um mehr Geschicklichkeit an den Direktionsänderungen zu geben, um die Stabilität des Körpers zu arbeiten die kontrollierten Änderungen des Gewichts des Körpers von einem Fuß zum anderen, um die Beziehung mit dem Partner zu begreifen (hören Sie, Reaktion, Vorwegnahme, usw..) und schließlich, um von der Grazie in der Anstrengung zu haben. Der Höfling schlug sich mit Eleganz, um fähig zu sein, seinen gegner zu überzeugen, daß er über den Schwierigkeiten war.Dagegen mußte sich der Tänzer auch den Fechtenausübungen unterbreiten, um seinen Mut und seine Festigkeit zu entwickeln. Im übrigen der Hafen der Arme und wahrscheinlich kommen die Position der Füsse uns vom Fechten. Ebenso wie "der Eingang der Soldaten", wo die choreographischen Fechtendarstellungen in den Balletten der XVII und XVIII Jahrhunderte sehr gegenwärtig sind.Heute sind wir nicht von unserer Aufrechterhaltung, von unserer Art und Weise auch besorgt, uns zu setzen oder zu gehen. Das Mut-, Würden- und Festigkeitskonzept ist nicht mehr dieselbe. Die Kenntnis unserer Bewegungen ist kein vorrangiges Thema in unserer Erziehung. Aber die Öffentlichkeit von heute bleibt jedoch anspruchsvoll angesichts des Spiels des Beteiligten, und die einfache Tatsache, ein Gewand des XVIII Jahrhunderts zu stellen reicht nicht aus, es von der interpretierten Rolle zu überzeugen. Der Beteiligte muß also in einigen Wiederholungen Höfling, Prinz, Bürger werden, usw.. Oft fehlt die Zeit für diese Arbeit, was den Metteur in Szene zwingt, jenen zu wählen, der dem Anfang den Eindruck gibt, ein Prinz oder ein Höfling mehr oder weniger zu sein.Die Schauspieler, die das künstlerische Fechten und den barocken Tanz praktizieren, sind zuerst erstaunt, alles zu sehen, was sie haben, zu lernen. Dann ziemlich schnell werden sie begeistert, diese Ungezwungenheit und diese Freiheit in der Bewegung zu fühlen und dieses Würden- und Stolzgefühl, diesen "schönen Gang" zu kennen, der heute seine Sinne wiederfinden muß. Sie geben sich Konto besonders zurück, daß dieser Tanz von universellen, anwendbaren Elementen in allen Situationen behandelt.

mEdith Lalonger kommt aus Kanada. Seit 1988 arbeitet sie in Europa. Zwischen 1990 und 1996 hat sie für die Ensembles "Derra von Moroda" und "Folia" in Salzburg getanzt und gehörte dem Ballett des Salzburger nationalen Theater an.

Ebenfalls in Salzburg, am Carl Orff Institut, erhielt sie ihr Lehrdiplom für Musik und Tanz. Durch Kontakte mit den Tanzkompagnien "Eclat de Muse" und "Ris et Danceries" hat es sie schließlich nach Paris verschlagen, wo sie 1996 ihre eigene Kompagnie gründet, "Les Plaisirs des Nations". Sie bleibt trotzdem in guter Beziehung mit der schönsten Stadt Österreichs, wo sie regelmäßig an der Elisabethbühne lehrt.

Momentan bereitet Edith Lalonger an der Sorbonne von Paris ein Doktorat in Tanzästhetik vor.

 

michael.m.hewer@jeuxdepees.fr


©Cie.STICS 1997